Das böse Brennholz Fakt oder Fake?

In Permakultur by ChrisLeave a Comment

Ist BRENNHOLZ nachhaltig?

Ist heizen mit Brennholz nicht total umweltschädlich? Bäume verheizen, das muss doch furchbar sein, oder? Und der Rauch! Wie schaut eine gute Heizung der Zukunft aus? Da scheiden sich die Geister.

Bei Neubauten werden heute meist Wärmepumpen verkauft. Wir mögen sie nicht. Wir denken, dass sie uns als Gesellschaft weiter weg von autarken, nachhaltigen Versorgungsstrukturen und dem Wechsel auf erneuerbare Energien bringen. Darum stellen wir unsere Überlegungen zum Thema Heizen hier zur Diskussion.

Das asynchrone Verbraucherprofil

Eine Wärmepumpe nutzt die Umweltenergie (aus Wasser, Luft oder dem Erdreich) und macht daraus Wärmeenergie. So werden aus einer kWh elektrischer Energie mehrere kWh thermische Energie. Ein nicht unspannendes Prinzip! Ein Viertel der Heizenergie muss bei diesem Prinzip aber in Form von elektrischem Strom zur Verfügung stehen. Auch wenn sie weit effizienter ist als der alte Elektroradiator, eine Wärmepumpe ist im Grunde eine Stromheizung, die ohne den Einsatz hochwertiger elektrischer Energie nicht funktioniert. Das Problem: Wir erschaffen ein System, das ein asynchrones Verbraucherprofil mit sich bringt. Wie bitte,was? Wärmepumpen brauchen im Winter Strom. Die Sonne produziert ihn im Sommer. Gerade im Winter sollten wir also auf einen sparsamen Stromverbrauch setzen, wenn wir als Gesellschaft auf erneuerbare Energien umsteigen wollen.

Die Sommersonne für den Winter speichern

Wer den Kreislauf schließen will, muss also einen Weg finden, die Sommersonne für den Winter zu speichern. Hier sind neue Technologien auf dem Vormarsch, die zum Beispiel über Wasserstoffspeicherung die Photovoltaikenergie umwandeln und für später verfügbar machen. Der Nachteil: Die Apparate sind aufwendig, teuer und brauchen viel Technik um die Sonnenenergie in Form von chemischer Energie speicherbar zu machen.

 

6 H2O   +    6 CO2    +    Licht    =    6O2    +    C6H12O6

Wasser + Kohlenstoffdioxid + Licht = Sauerstoff + Glucose

BITTE WAS? Es geht um Photosynthese! Im Klartext bedeutet die Formel: Aus sechs Molekülen Wasser, sechs Molekülen Kohlenstoffdioxid und Licht macht die Pflanze durch einen chemischen Prozess sechs Sauerstoffmoleküle und Glucose. Das ist einfach FANTASTISCH.

Schema Infografik Photosynthese Bäume im Wald chemischer Ablauf

GLUCOSE:

Glucose ist ein Traubenzucker, den die Pflanze als Ausgangsstoff für die Synthese von Fetten und Eiweißstoffen nutzt. Die sechs Sauerstoffmoleküle sind nur das „Überbleibsel“ für die Pflanze, das sie an die Umwelt abgibt – und uns damit das Atmen ermöglicht. Einfach so.

Wir werden oft gefragt, ob es nachhaltig ist, mit Holz zu heizen. Darf man das? Verbrennt man da nicht unsere guten Wälder und sowieso das wertvolle Möbelholz? Wir finden: MAN DARF! Denn nicht jeder Baum hat das Zeug um Möbel- oder Konstruktions-holz aus ihm zu machen. Krankheiten und Unwetter setzen ihnen zu. Zu viel Totholz könnnen Nährboden für Schädlinge sein, welche sich ungehindert ausbreiten können. Da ist es gut wenn man den Wald sauber hält. Wir finden Brennholz ist dafür das ideale Produkt, da es Regional verwedet werden kann. Außerdem mit verhältnismäßig wenig Technik herzustellen ist und wenig Ansprüche stellt. Nur trocken sollte es sein!

Unsere Argumente auf einen Blick!

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Nadelwald Thüringen Brennholz der Zukunft

CO neutral und ausreichend vorhanden

Forstwirtschaft tut unseren Wäldern gut – aus dem Bereich kommt der Begriff Nachhaltigkeit! Unser lieber Kaiser Franz Josef hat in Österreich dafür gesorgt, dass immer mindestens so viel Wald nachwächst wie genutzt wird. Und in Österreich wächst pro Minute sogar 1 m3 Holz mehr nach, als wir verbrauchen können. 30 Millionen Kubikmeter kommen jedes Jahr in unseren Wäldner dazu, genutzt werden davon nur zwei Drittel. In Deutschland und der Schweiz ist es ähnlich! In Gegenden, wo es kein Holz gibt, sieht die Situation dann natürlich anders aus.

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Zirb box Manufaktur

Regionale Wertschöpfung & Arbeitsplätze in der Region

Holzwirtschaft, wenn sie verantwortungsvoll betrieben wird, schafft eine regionale Wertschöpfung, denn das Holz kann meist im näheren Umkreis weiterverarbeitet werden. So schafft man Arbeitsplätze in Sägewerken, Zimmereien und Tischlereien und versorgt nebenher die Region mit Heizmaterial.

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Einfache Technologie, wenig Weiterverarbeitung

Simplicity! Wir neigen zur Technologiegläubigkeit. Und manchmal macht das durchaus Sinn. Manchmal aber leider auch nicht.

Da gibt’s eine Maschine, die kann sicher den Reis viel schneller kochen als mein Kochtopf. Immer her damit!

Holz ist einfach. Es ist der Energieträger mit dem geringsten Weiterverarbeitungsgrad. Und auch der Energieträger mit dem geringsten Einsatz an Energie, um die Primärenergie nutzbar zu machen.

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Brennholz Schuppen

Unkomplizierte Nutzung & Beschaffung

Holz ist einfach zu lagern, das geht sogar im Garten ohne großen eigenen Raum im Haus. Der technische Installationsaufwand für eine Holzheizung ist überschaubar. Das System ist einfach und verständlich und kann meist von einem erfahreren Handwerker repariert werden. Keine komplizierte Software, kein Klimbim.

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Autarkie!

Und schließlich schafft eine Holzheizung die Basis für autarke Versorgung. Einen Baum kann man selbst anbauen, fällen und zu Brennholz verarbeiten. Die Heizwärme kann also selbst organisiert werden.

Bei allen Vorteilen: Natürlich gilt es, auch mit dieser Ressource achtsam umzugehen. Holz zu verschwenden und zum Fenster raus zu heizen, ist nicht ok. Ein gut gedämmter Aufbau des Bauwerks verhindert, dass Holz unnötig verbrannt werden muss. Im Wohnwagon brauchen wir rund zwei Festmeter Holz für Wärme und Warmwasser pro Jahr. Effiziente Öfen wie der Sturzbrandofen sorgen für eine schadstoffarme Verbrennung.


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