Sommer, Erntezeit beginnt und Umzug

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Hallo liebe Permagarten-Freunde,

momentan weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll mit berichten.

Petronella
Durchwachsende Silphie

Mein Waldgarten gedeiht, dass es eine wahre Freude ist. Zum Glück gibt es heuer ja immer wieder mal Gewitter mit ausreichend Regen. Das lässt alles wunderbar wachsen und auch die Bäume haben sich vom letzten Trockenjahr her wieder erholt, wie es scheint. Auch Futter für die Tiere gibt es heuer wieder ausreichend. Die jungen Ferkelchen haben alle bis auf eines einen guten Platz gefunden und das eine letzte kleine Ferkelchen namens Petronella darf mit auf den neuen Hof. Wir ziehen nämlich um.

Der Schreimerhof

Nein, keine Sorge, nicht der Mienbacher Waldgarten zieht um, sondern nur wir, die Bewirtschafter und das Büro der Selbstversorger-Akademie zieht mit um. Wir ziehen auf den Schreimerhof. Der ist im Nachbardorf von Mienbach, das heißt, wir leben dann endlich näher am Waldgarten. Dieser Schreimerhof ist ein Mehrgenerationenwohnprojekt, denkmalgeschützt und wir freuen uns schon riesig darauf dort Anfang August einzuziehen und anzukommen. Der Schreimerhof wird mein persönliches soziales Permakulturprojekt. Dort bin ich auch zuständig für die Anlage der Gartenbereiche und die Tierhaltung der Nutztiere. Diese gehören nämlich mit zum Hofkonzept. Alle, die bereits dort wohnen helfen fleißig mit, so dass wir auch schon einiges auf die Beine (Wurzeln) stellen konnten. Insgesamt sind es 10 Wohnungen am Hof, 1 Yogastudio und 1 Architekturbüro. Selbst werde ich mein Büro der Selbstversorger-Akademie noch ausbauen zu einem kleinen Laden. Dort können dann natürlich meine Waldgartenprodukte gekauft werden, aber auch unverpackte Grundnahrungsmittel in regionaler Bioqualität, Kräuterprodukte usw. Vormittags werd ich also im Waldgarten sein und nachmittags auf dem Schreimerhof zu finden sein. So der Plan.

Gemeinschafts-Baumpflanzaktion am Schreimerhof
Zuckererbsensaat und etwas Knoblauchernte

Natürlich haben wir auch viele Projekte vor dort. Zum Beispiel der Ausbau zur sozialen Landwirtschaft mit einer Kindergroßtagespflege. So möchte ich gerne Kinder und Tiere verbinden. Starten soll das Ganze bereits kommenden Januar und ich freu mich bereits riesig drauf. Ich werde aber nicht die Großtagespflege machen, mein Tag hat auch nur 24 Stunden. Dies wird von weiteren Schreimerhofbewohnern übernommen! Für uns, die wir uns eigentlich immer eher als Einsiedler gesehen haben, wird dieses Gemeinschaftsding echt spannend!

Ach, und übrigens, wer sich den Schreimerhof mal ansehen möchte, der hat am 8. September, am Tag des offenen Denkmals Gelegenheit dazu. Wir verbinden dies nämlich mit einem Hoffest, starten um 10 Uhr und enden um 17 Uhr. Es gibt leckeres Essen und natürlich Getränke, Stände und Aktionen.

Ein kurzer Gang durch den Garten

Zurück zum Waldgarten. Eine Fasanenhenne sitzt mitten in der Wiese hinterm Steinkreis und brütet Ihr Gelege aus. Echt spannend. Wenn wir ihr zu Nahe kommen fliegt sie natürlich hoch. Normalerweise müssten die Kleinen bald schlüpfen. Ich hoffe, sie hat mehr Glück als unsere Enten. Diese brüteten alle drei volle Gelege aus, doch alle Eier wurden faulig. Ein Entenküken war zwischendurch da, war aber plötzlich wieder verschwunden. Was war da verkehrt gelaufen? Eine Enten haben wir sogar separiert, damit sie mehr Ruhe hat zum Brüten. Doch das gleiche Spiel. Nach 8 Wochen haben wir alle Gelege geräumt, nicht dass es für die Enten gefährlich werden würde. Die Junghennen dagegen machen sich gut, eine der Hennen legt bereits, und zwar zartolivgrüne Eier. Da ich mir im Frühling 10 Buntleger Eier schicken hab lassen und 6 Küken daraus geschlüpft sind, wird es jetzt echt spannend, welche verschiedene Eierfarben ich denn jetzt bekomme. Hähne waren ja auch dabei! Die jungen Kaninchen haben sich hervorragend gemacht. Wir haben sie mittlerweile bereits in Männlein und Weiblein getrennt. 6 Rammler und 8 Mädels dürfen jetzt in 2 großen Boxen toben.

Jungtiere verschiedener Rassen und Mischlinge

Die Erntesaison hat auch bereits begonnen. Die Klaräpfel trugen reichlich, die Zucchini und Gurken beginnen mit der Fülle, auch die ersten Tomaten färben sich rot, oder gelb, oder schwarz, oder orange ;-). Die Himbeeren laden täglich zum Naschen ein, der Himbeeressig ist bereits angesetzt. Auch die Kräuterernte läuft, alle zwei Tage wird der Solardörrer neu bestückt. Die Sommerküche hängt auch bereits mit Büschel voller Melisse, Apfelminze und Schafgarbe voll. Die nächsten Tage geht es an die Taybeeren und die japanischen Weinbeeren. Auch die

Aronia und Weintrauben reifen langsam

Herbstsalate wollen langsam pikiert werden. Ja, gedanklich sind wir bereits bei den Herbstkulturen. Damit wir nach den Kartoffeln gleich die Zuckerhut- und Endiviensalate setzen können. Doch auch Pflück- und Kopfsalate hab ich nochmal angesät.

Fasanengelege

Die Saatguternte läuft auch gut heuer. Bereits im Trockenen hab ich die Zuckererbsen, die Spornblumensaat, die russischen Kohl, als nächstes fällt die Ernte der Superschmelz-Kohlrabi an und des Färberwaid. Auch der Pflücksalat großer amerikanischer brauner wird bald seine Samen herzeigen. Und ach ja, die Okra blühen! Dies ist meine besondere Freude heuer. Das erste Mal ist mir der Anbau der Okra geglückt. Wunderschöne zartgelbe Malvenblüten zeigen sich jetzt und ich bin sehr gespannt auf die Samenkapseln. Diese werden im vorderen Orient reichlich gegessen. Als gedünstetes Gemüse, das leicht schleimig schmeckt. So gibt es jährlich etwas Neues auszuprobieren und es wird nie langweilig!

Zucchinifülle

Die nächste Zeit werde ich mit Umzug, Permakultur-Design-Kurs und den Herbstkursen und Ernten beschäftigt sein, nehmt es mir also bitte nicht übel, dass ich nicht ganz so heufig zum Schreiben komme momentan. Doch ich werde euch berichten, wie es weitergeht ;-)!

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten


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