Achtsames In-der-Natur-Sein

In Permakultur by Helena GanschLeave a Comment

Bei unseren Wohnprojekten wird mit natürlichen Baustoffen gearbeitet! Gesunde und regionale Baustoffe, mit denen wir möglichst müllfrei einen hochwertigen Wohnraum erschaffen sind uns wichtig. Echte Materialien, die auch schön altern und robust sind, darum geht’s! Wir denken die Natur aber nicht nur bei den Baumaterialien mit sondern auch beim Wohnen und wollen sie als Lebensraum einbinden. Reduziert auf das Wesentliche soll wieder Platz für all die Dinge sein, die uns guttun. Wie zum Beispiel ein Spaziergang im Grünen. Birgit Strasser (Psychologin für Gesundheitsförderung & Achtsamkeits-/MBSR-Lehrerin – www.achtsam-innehalten.at) berichtet in diesem Blogbeitrag über Achtsamkeit im Alltag und wie wir wieder die Natur mit allen Sinnen erleben lernen.

 

Achtsamkeit!?

Wer in den Öffis in Wien unterwegs ist, hört täglich die Aufforderung „Bitte seien Sie achtsam!“ Aber, was ist Achtsamkeit nun eigentlich? Achtsam zu sein bedeutet: im gegenwärtigen Moment in wachem Kontakt mit sich und der Umgebung zu sein. Eine innere Haltung von Offenheit, Neugierde & Präsenz unterstützt uns bei diesem Im-Moment-Sein. Klingt gut, trotzdem gelingt es uns im Alltag oft nicht im Hier & Jetzt präsent zu sein. Warum?

 

 

Indoor-Alltag im Autopilotmodus

In der Regel sind wir im Alltag nämlich ziemlich oft im Autopilotmodus unterwegs. Eingeübte Handlungen werden ohne Bewusstsein ausgeführt und routinierte Aufgaben erledigen wir ohne wirklich bei der SACHE und bei UNS zu sein. Auch ein Aufenthalt in der Natur ist im durchgetakteten Tagesablauf eine Seltenheit. Studien belegen: wir halten uns immer mehr in geschlossenen Räumen auf. Wusstest du, dass der Durchschnittseuropäer heutzutage 90 Prozent seiner Zeit in geschlossenen Räumen verbringt?

 

Natur als „Freizeit-Austragungsort“

Sind wir dann in unserer Freizeit im Grünen unterwegs, werden Freunde getroffen, Gespräche geführt und die herrliche Landschaft wird zum Wandern oder Biken genutzt. Ohne Gesprächspartner verstricken wir uns nicht selten in den eigenen Gedanken, sogenannten Grübelschleifen. So sind wir mit unserer Aufmerksamkeit immer öfters in der Vergangenheit und Zukunft unterwegs, anstatt im gegenwärtigen Moment.

Vielen Menschen sind heutzutage die Fähigkeit und Sensibilität, die Natur bewusst mit allen Sinnen wahrzunehmen, verloren gegangen. So fällt es uns meistens auch schwer still & fokussiert zu sein. Manchmal werden auch die eigenen Leistungsansprüche des Alltags mit in die Natur und Freizeit genommen. Persönlich definierte sportliche Ziele werden verfolgt und dabei Schritte, Puls, Kilometer oder Höhenmeter gecheckt. Das ständige Tun & Streben wird mit messbaren Werten in Verbindung gebracht und von unserem leistungsorientierten Geist analysiert und verglichen. Mit diesem steten Zielstreben verengt sich unser Aufmerksamkeitsfeld immer mehr zu einem Tunnelblick und eine offene Wahrnehmung mit allen Sinnen wird verhindert.

 

wohnwagon_im_gruenen

 

Naturerleben mit allen Sinnen

Achtsamkeit hilft uns die Aufmerksamkeit bewusst nach außen auf die uns umgebende Landschaft, sowie auf den persönlichen Kontakt mit der Natur zu richten. Auf diese Weise ermöglicht sie uns eine neue Qualität des Naturerlebens zu entdecken. Denn wenn die Sinne offen sind, kann die Natur in ihrer facettenreichen Vielfalt wahrgenommen werden. Dazu müssen wir nicht unbedingt neue Landschaften aufsuchen. Die wahre Entdeckungsreise besteht darin, mit „frischen Augen“ zu sehen.

Diese bewusste Begegnung mit der Natur im Alltag ist eine Möglichkeit Achtsamkeit ins tägliche Leben zu integrieren. Uns mit den Sinnen zu verbinden und dank dieser Verbindung im gegenwärtigen Moment anzukommen, lernen wir am einfachsten, in dem wir es wieder und wieder ausprobieren. Dazu müssen wir nicht einen stundenlangen Waldspaziergang unternehmen. Einfach vor die Türe unseres Wohnwagons treten und den Weg zur Arbeit, Schule oder zum Einkaufen nutzen, um bewusst die eigenen Sinne auf Empfang zu schalten. Offen und neugierig das gleichmäßige Knirschen der Schuhe am Boden wahrnehmen, das Zwitschern der Vögel und das Rascheln der Blätter hören, kurz Innehalten und die Wolken am Himmel betrachten, die frische Luft nach dem Regen riechen, den kleinen Käfer am Wegesrand entdecken, sowie die Sonne im Gesicht und den Wind in den Haaren spüren.

 

Die wohltuende Wirkung von Achtsamen In-der-Natur-Sein

Mit sich selbst und der Natur in Kontakt zu treten beruhigt bewiesenermaßen den mit Alltagsdingen beschäftigten, sich häufig sorgenden und planenden Kopf, senkt die Stresshormone im Körper und steigert das allgemeine Wohlbefinden.

Weiters unterstützt das Gegenwärtig-Sein dabei die Reichhaltigkeit des Augenblicks zu erkennen, gedanklich abzuschalten und innere Ruhe zu finden. Außerdem wird die eigene Körperwahrnehmung Schritt für Schritt sensibilisiert, indem wir bewusst den Kontakt zwischen unseren Füßen und dem Untergrund spüren und die eigene Haltung beim Gehen fokussieren. Die feinen Signale unseres Körpers zu erkennen hilft uns auch im Alltag unsere individuellen Bedürfnisse und Grenzen rechtzeitig zu bemerken. Auf diese Weise können wir lernen möglichen Verspannungen im Nacken oder anbahnenden Kopfschmerzen, die oft durch eine starre Haltung, einseitige Bewegung oder zu wenig Pausen entstehen, entgegenzuwirken.

 

Wohnen im Grünen

 

Neues im Bekannten entdecken

Wer also regelmäßig Achtsamkeit in der Natur praktiziert, d.h. bewusst mit der Natur in Kontakt tritt, kann die gesundheitsfördernde Wirkung auf Körper & Geist erfahren. Und Übung macht ja bekanntlich den Meister, denn je achtsamer wir uns in der Natur & im Freien bewegen, umso differenzierter und vielfältiger werden wir unsere Umgebung auch wahrnehmen und vielleicht Neues im Bekannten entdecken!























Quelle

Autor

Kommentar verfassen