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10 Jul 2020

Zisterne bauen – 1.Schritt zur Wasserautarkie – Was gibts zu beachten


Was ist die richtige Zisternen

Die Größe der Zisterne bemisst sich am besten an der Dachfläche, über die das Wasser gesammelt wird und der durchschnittlichen Jahres- niederschlagsmenge vor Ort. Als Faust- formel gilt:

Dachfläche x Jahresniederschlag / 12

Für 200 m2 Dachfläche im Westerwald, wo im langjährigen Mittel 770 mm Nieder- schlag fallen, bräuchte man einen Wasser- speicher von rund 13 m3. Weil es Monate mit mehr und weniger Niederschlag gibt – der Juli ist im Westerwald mit 80 mm der regenreichste im ganzen Jahr – kann man auch diesen Wert mit den Quadratmetern Dachfläche multiplizieren. Daraus errech- net sich, dass man bei einem Zisternenvo- lumen von 16 m3 selbst bei viel Regen alles Wasser sammeln könnte.

Ein Überlauf ist dennoch in jedem Fall angeraten, damit überschüssiges Wasser kontrolliert abgeleitet wird. Das kann zum Beispiel in die Kanalisation erfolgen oder in eine Rigole im Garten. Versickern größere Mengen Wasser einfach in der direkten Umgebung der Zisterne, verändert sich das Verhalten des Bodens. Weicht er auf und senkt sich ab, kann das zu Rissen in der Zisternenwand und zu Rohrbruch führen.

Eine Rückflusssperre ist wichtig, damit kein Wasser aus der Kanalisation oder anderen Abflüssen in die Zisterne laufen kann.

Vor allem Moos und Laub, der Kot von Vögeln, Mäusen und Ratten und das ein oder andere tote Tierchen können das Wasser verunreinigen. Grobes kann mit einfachen Filtern (z. B. Siebeinsätze) in den Fallrohren oder in der Zisterne vor dem Einlauf aufgefangen werden. Krank- heitserreger aus Exkrementen, Gifte aus dem Regenwasser oder der Dachein- deckung (z. B. bei Dächern aus Kupfer der Zink) lassen sich hiermit aber nicht ausfischen. Die Trinkwasserverordnung lässt dort, wo Häuser an die öffentliche Versorgung angeschlossen sind, wenig Spielraum: Weil Zisternenwasser gesundheitsgefährdend verunreinigt sein kann, sind die Kreisläufe von Trink- und Zisternenwasser strikt voneinander zu trennen und mit unterschiedlichen Schlauchfarben zu kennzeichnen. Das Zisternenwasser darf nur zur Spülung der Toilette, zum Waschen, Putzen und Bewässern verwendet werden.

Beton oder Kunststoff?

Installation einer Beton Zisterne

 

Heute werden für unterirdische Zisternen meist fertige Behälter aus Kunststoff oder Beton genutzt: Loch graben, Zisterne reinsetzen, Zu-, Ab- und Überlauf sowie Filter installieren, Pumpe montieren, Erde drauf, das war‘s. Der Vorteil an Kunststoffbehälter ist, dass sie leichter sind und in Handarbeit ohne schweres Gerät versenkt werden können. Nachteilig ist, dass leichtere Ausführungen nicht befahrbar sind.

Zisternen können auch aus Betonteilen oder Ziegeln gemauert werden. Mit einer Schalung ist es möglich, selbst eine Betonzisterne zu gießen. Ziegel und Randsteine werden mit Mörtel gemauert und innen mit Schlämmmörtel verputzt.

Nach oben schließt die Zisterne am einfachsten mit einem Betondeckel aus Eigen- oder Fertigbau ab.

Regenwasserzisterne

Regenwasserzisterne

 

Wie sauber ist Zisternenwasser?

Studien zur Wasserqualität von Zisternen zeigen, dass in korrekt installierten Zisternen das Wasser zwar nicht so keimarm ist wie unser Trinkwasser, es bestand aber bei allen Proben keine Seuchengefahr infolge der Nutzung.

Allgemein gilt, dass die Zisternen nur ge- reinigt werden sollen, wenn das Wasser stinkt, also ungute Mikroben überhand genommen haben. Normalerweise hilft das Sediment, das sich im Laufe der Zeit am Boden absetzt, genauso wie ein feiner Biofilm an den Zisternenwänden, das in der Erde kühl und dunkel gelagerte Wasser sauber zu halten.

Diese Sedimentschicht mag keine Bewegung und um ein Aufzuwirbeln zu verhindern, gibt es verschiedene bauliche Möglichkeiten. Zum Beispiel gelingt dies über eine Verrieselung oder einen beruhigten Zulauf, was zusätzlich Sauerstoff in den Tank einbringt. Beim beruhigten Zulauf endet das einlaufende Rohr knapp über dem Boden der Zisterne mit einer Krümmung nach oben. Bei der Entnahme ist andererseits darauf zu achten, dass das Ende des Schlauchs weder mit der Sedimentschicht in Kontakt kommt noch mit der oberen Schwimmschicht.

Der richtige Baustoffe für Deine Zisterne

Die fertige Baustoffmischungen für Beton und Mörtel enthalten oft Zusatzstoffe – (zum Beispiel Arsen, Blei, Cadmium, Chrom oder Nickel). Mt der Zeit lösen sich diese Stoffe aus dem Baustoff und belasten das Wasser. Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt Baustoffe, die nach

DIN 38406 zertifiziert sind und für den Bau von Trinkwasserreservoirs und -leitungen zugelassen sind.

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