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26 Apr 2019

Tu es!

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Über die Philosophie vom Selbermachen

Ein autarkes, selbstbestimmtes Leben hat viel mit Selbermachen zu tun. In diesem Blogbeitrag findest du Gedanken und Tipps von Christian rund ums Handwerk.

Interview mit Christian Frantal

Warum gehören Handwerk und Autarkie zusammen?

Wer handwerkliche Grundlagen beherrscht, hat buchstäblich das Werkzeug in der Hand, um Dinge selbst herzustellen, selbst zu reparieren. Du lernst die Dinge rund um dich zu verstehen und wirst so erst wirklich zum Besitzer deiner Sachen, sonst is es ja so dass deine Sachen oft dich besitzen. Wer handwerklich was macht, Dinge erschafft, bekommt auch einen ganz anderen Bezug – der Wert wird greifbar! Da gibt’s eine ganz gscheite Studie, die ich im Buch „Führen mit Hirn“ von Sebastian Purps-Pardigol gelesen hab. Menschen, die eine Box selbst zusammengebaut haben und wissen was dahintersteckt, würden sie um 40% teurer verkaufen als Menschen, die nichts zum Entstehen beigetragen haben. Obwohl es dasselbe Produkt ist! Wer etwas selbst gemacht hat, wird besser drauf aufpassen, Verschwendung vermeiden. DAS gilt übrigens für alle Bereiche! Wenn du selbst deinen Strom erzeugst, verschwendest du ihn nicht. Wenn du das Gemüse selbst anbaust, kochst und isst du ganz anders. Der direkte, persönlichen Bezug macht’s aus! Vom Konsum zum Erleben. Für mich ghört’s auch zur geistigen Autarkie: Das Gefühl, dass man die Fähigkeit hat, aus den Dingen im Kopf echte Materie zu machen. Seine Ideen zu manifestieren ist eins der erfüllendsten Dinge überhaupt. Bei mir wird durchs handwerkliche Tun auch immer klarer, dass ich den Konsum-Wegwerf-Wahnsinn nicht mehr mitmachen will. Somit ist Handwerk was hoch Politisches in der heutigen Zeit!

Warum hat für dich persönlich das Selbermachen so einen hohen Stellenwert?

Als kreativer Kopf schwirren oft tausend Gedanken, Ideen, To-Dos durch meinen Kopf. Handwerk erdet und zentriert mich. Es ist in gewisser Weise eine Vorsorge für die geistige und seelische Gesundheit, weil du bei einer Sache bleiben und rege bleiben musst! Du musst laufend Lösungen finden, den Überblick bewahren, vorausdenken. Solche Projekte nehmen dich oft als Ganzes in Anspruch, no more multitasking sondern quasi Handwerks-Meditation. Das tut gut! In der Planung ist das Wissen über die konkrete Umsetzung natürlich auch total wertvoll, weil man das dann immer schon mitdenken kann.

Unser Werkzeug und Rohstoff - die Natur

Auf zum praktischen Teil – Was ist das Wichtigste, wenn man sich handwerkliche Grund-Skills zulegen möchte?

Wissen. So blöd das klingt: Fang auf Youtube an. Da findest du wirklich alles, die Uni der Neuzeit. Als ich drechseln lernen wollt, hab ich mir tagelang am Abend Tutorials reingezogen, mir das Werkzeug besorgt und konnte dann sofort loslegen! Du kannst natürlich auch anderen Handwerkern zuschauen, wie sie die Sachen machen oder ein gutes Buch lesen. Und dann sofort ins Tun gehen! Do it! Auf keinen Fall in der Hypothese verharren, sondern echte Fehler machen, Sachen ausprobieren. Wer nichts tut, kann nicht scheitern, kommt aber auch net weiter! Viele haben so eine perfekte Ausredenliste, die man immer wieder durchgeht, warum man nicht kann oder erst später kann und es wird aber nie „später“. Die Liste muss man einfach streichen. Das Anfangen ist oft mehr ein mentales Problem als ein handwerkliches. Wie kann ich mir Unterstützung für den Start holen? Wenn du’s am Start nicht allein machen willst, klink dich bei Workshops oder in Coworking-Spaces ein! Bei Problemen such dir Leute die du fragen kannst. Red‘ mit einem Tischler oder Handwerker in deiner Umgebung. Da gibt’s meist weit mehr als man glaubt und viele freuen sich, wenn man sich für ihr Handwerk interessiert und sind mitunter sehr hilfsbereit.

Handwerk ist ja ein sehr breites Feld – wo fang ich an?

Wo Du anfangen sollst, kommt natürlich drauf an, was Du willst! Möbel zimmern? Gemüse anbauen? Bildhauerei? Tongeschirr machen? Such deine Leidenschaft! Es ist alles keine Raketenwissenschaft und wenn dich was kitzelt und du dir denkst „Ich riech das Metall so gern“ – na geht schon! Es wird überall nur mit Wasser gekocht. Nimm die Flex in die Hand, trau dich an ein Projekt heran! Ein guter Start ist auch immer eine gscheite Werkzeugkiste – die könntest du zum Beispiel gleich selber aus Holz bauen, wenn du lustig bist.

DIY Workshop

Auf los, geht’s los!

Hier nun ein paar Tipps für deine Werkzeugkiste und die wichtigsten Begriffe:

Der Beitrag Tu es! erschien zuerst auf Wohnwagon – Wege zur Autarkie – Start in ein autarkes Leben.



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