08377 219441
info@mutterhof.org

MutterHof Akademie

Blog Beitrag
23 Okt 2020

Herbstzeit, Kreislaufwirtschaft, Nützlingsbiotope – Hannes Permagarten Blog


Hallo liebe Permagarten-Freunde,

und schon sind die Blätter bunt! Eine turbulente Saison liegt hinter mir, die Ernte ist so gut wie eingebracht, das Lager ist voll und langsam kehrt Ruhe ein. Die Ruhe ist zwar noch sehr wankelmütig ;-), aber spürbar zieht die Natur sich zurück, da darf ich das auch machen. Noch dazu, weil ich heuer noch ein Buch schreiben darf! Mehr dazu aber im nächsten Blogbeitrag 😉

Mein letzter Beitrag ist schon wieder 2 Monate her, da muß ich mich wohl bei Euch entschuldigen. Nun, das Eingewöhnen im neuen Haus, bis alles wieder an Ort und Stelle ist und das Ernte verarbeiten haben mich auf Trab gehalten. Das nächste Kursjahr ist auch fertig geplant, nun steht die Waldgartenpflege an. Mittlerweile ist dieser nämlich schon schön herangewachsen, und wo man zuerst peppelnd danebenstand und hoffte, das endlich das Mikroklima sich aufbauen würde, die ersten Früchte heranreifen würden und der Boden sich aufbauen möge, stehe ich nun da, bewaffnet mit Motorsäge und Astschere und schneide aus. Zuviel Schatten ist mittlerweile das Thema. Doch damit fängt die Kreislaufwirtschaft erst richtig an! Jetzt wo das Herausschneiden, das auf Stock setzen beginnt, wird das Laub an die Tiere verfüttert, die Äste gehäckselt, wieder als Hühnereinstreu verwendet und zusammen mit Kohle und Gesteinsmehl, nachdem die Hühner brav ihren Mist mit untergemischt haben, wieder in den Gartenkreislauf entlassen. Beste Voraussetzungen sind das für den Bodenaufbau, beste Voraussetzungen für den Aufbau fruchtbarer Terra Preta. Dieses mit Mist vermischte Hühnereinstreu mit Kohle und Gesteinsmehl wird dann einfach auf die Beete oder unter die Bäume als Mulch gestreut. Die Würmer lieben es und produzieren nebenbei nochmal wertvollen Dünger für die Pflanzen. Die Mikroorganismen, die sich über den Sommer stabilisieren können sich in die poröse Kohle zurückziehen und dort überleben, wo sie normalerweise absterben würden. So kommt der Boden wesentlich schneller ins Gleichgewicht und Schnecken verlieren damit auch ihre Aufgabe und suchen ihr Fressen woanders. Die Positivspirale setzt sich damit in Gang und dauerhafte Fruchtbarkeit im Garten ist somit gegeben.

Auch das Laub, das jetzt von den Bäumen kommt, sollte, außer Eiche und Nusslaub, auf die Beete.

Damit hat der Wurm Futter und Arbeit über den Winter, wenn es nicht zu kalt wird und hält dabei den Boden schön locker. Außerdem bleibt die Winterfeuchtigkeit dann im Boden und wir sorgen damit vor, wenn der Frühling wieder trocken wird. Die Jungpflanzen können dann im Frühling einfach gesetzt werden. Bei Ansaaten muß das Laub natürlich etwas beiseite geschoben werden, damit die Erde frei da liegt und die zarten Keimlinge nach oben schieben können. Wir sparen uns damit Gießarbeiten und Wasser und diese Flächenkompostierung ist einfach eine feine Sache. Grünmasse aus dem Garten sollte also immer im Garten bleiben!

Dabei sollten wir jetzt auch an unsere Igel denken. Und an die Mauswiesel und Marderfamilie, an die Erdkröten, Blindschleichen und sonstigen Nützlinge. Sie brauchen Totholz- und Laubhaufen. Wollen wir also die Nützlinge in unseren Garten locken, dann sollte dieser nicht allzu aufgeräumt sein. Aber auch diese Nützlingsbiotope können wunderschön aussehen und sich toll in den Hausgarten einfügen.

Igelgehege für aufgepeppelte Jungigel aus der Igelstation, bei uns zum Auswildern!

Auch die dürren Stiele der Stauden und Wildblumen sollten über den Winter stehen bleiben. Zum einen sind noch Samen darin, die von Vögel gerne gefressen werden, zum anderen überwintern oft Insekten im Inneren von hohlen Stielen. Es reicht völlig diese im März zu entfernen. Kommt der Frost und der Schnee sehen diese stehengelassenen Stiele oft wunderschön und bizarr aus!

So, das war´s dann wieder für diesen Monat! Genießt Eure Ernte, denkt an die Nützlinge im Garten und macht es Euch drinnen schön gemütlich!

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten



Quelle

Autor

Leave a Reply