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5 Okt 2019

Erntezeit, Vielfaltszeit, Laubfall, Innenkehr – Hannes Permagarten Blog


Hallo liebe Permagarten-Freunde,

und schon wieder ist seit dem letzten Blog-Eintrag viel zu viel Zeit verstrichen! Nun sind wir aber umgezogen, das Büro ist angekommen. Gut, es ist noch nicht alles so, wie man es gerne hätte, da fehlt ein Waschbecken, da eine Stockdosenumrandung oder ein Heizungsregler, aber das sind Kleinigkeiten. Langsam komme auch ich zur Ruhe. Da wir natürlich nicht mit unserer vollen Speisekammer umziehen wollten, habe ich bis August nichts eingemacht! Dafür habe ich das im September alles versucht nach zu holen. Auch unsere zwei Eber vom letzten Jahr konnte ich endlich zum Metzger bringen. Nun ist der Gefrierschrank voll, auch Leberwurst und Bauernsülze im Glas und die Vorratsregale neu sortiert und eingeräumt.

Die Ernte ist aber noch nicht vorbei! Mit der Apfelernte und Quittenernte hab ich noch zu tun. Diese werde ich aber wohl auch bis Mitte Oktober im Lager haben. Wer übrigens pflückfrische Quitten haben möchte, der sollte sich schnell bei mir melden! Ich verschicke 9 kg Pakete.

Bei den Tieren hat sich auch einiges getan! Beim letzten Blogeintrag hab ich noch berichtet, dass alle Enteneier faulig waren. Jetzt, zum Herbst hin, hatten wir doch noch Bruterfolg. 2 kleine Entchen kamen zur Welt. Leider hat eines die ersten beiden Tage nicht überlebt, doch das Überbleibsel ist Quietschfidel. Damit ihm nicht auch noch was passiert, darf es jetzt auf der Wärmeplatte sitzen. Unsere 2 Ente sitzt allerdings noch fleißig, und ich hoffe, auch hier ergibt sich noch ein Bruterfolg! Dafür habe ich noch 10 Entchen dazubekommen, die jetzt im Glashaus abernten durften und sich pudelwohl fühlen. Auch Kaninchennachwuchs hat sich nochmal eingestellt. Von daher sind wir mit unseren Tierbestandsergebnissen doch zufrieden, obwohl der Kükenschlupf bei den Hühnern sich heuer sehr in Grenzen hielt.

Was sich neu ergeben hat bei mir: Ich hab jetzt wieder einen festen Laden. Das Schreimerhof-Ladl. Für das 340 Seelen-Dorf in dem ich nun lebe ist es der einzige kleine Laden. Natürlich werden die Leute ihre Hauptbesorgungen nach wie vor in den Supermärkten tätigen, doch sehe ich es für wichtig an, dass man die Möglichkeit hat, sich zu Fuß mit dem Notwendigsten zu versorgen. Regional und saisonal sind die Hauptstichpunkte der Waren im Laden. Die Ladenöffnungszeiten koppeln sich mit meinen Bürozeiten, also jeden Nachmittag von 15.00 bis 18.30 Uhr kann eingekauft werden. Vormittags bewirtschafte ich meinen Waldgarten und am Wochenende sind die Kurse in der Selbstversorger-Akademie dran. So ist alles schön eingeteilt und ich komme auf keine blöden Gedanken (kleiner Spaß nebenbei!)

Achja, übrigens. Im November haben wir eine größere Konvention bei uns im Mienbacher Waldgarten. Die zukunftsfähige Landbewirtschaftungs Konvention. Vom 15. bis 17. November werden 9 Refernten Vorträge und Workshops halten, rund um das zukunftsfähige Wirtschaften auf Kleinsthöfen, Gärtnerhöfen, Selbstversorgergärten, solidarischen Landwirtschaften und Waldgrundstücken. Hier geht es nicht nur um das Wirtschaften im Rahmen der ökologischen Tragfähigkeiten, sondern vor allen Dingen auch, dass man auch mit kleineren Grundstücken sehr wohl seinen Lebensunterhalt verdienen kann! Es geht also um Lösungen, um die eierlegende Wollmilchsau! Für alle, die daran Interesse haben, schnell anmelden, die Plätze sind begrenzt!

So, nun aber wieder gut mit Werbung, im Garten gibt es noch viel zu tun! Nein, wir schneiden die Stauden nicht zurück im Naturgarten, die Käfer brauchen schließlich auch eine Überwinterungswohnung. Das Totholz bleibt bitte auch im Garten, sowie das Laub! Igel und Mauswiesel schätzen diese Haufen sehr! Auch Erdkröten, Blindschleichen und co. Alle unsere Nützlinge brauchen Überwinterungsmöglichkeiten und da sollten wir bitte nicht zu ordnungsliebend sein! Die Natur hat eine andere Ordnung! Wenn wir uns danach richten, was unsere Nützlinge so brauchen, dann werden wir in Zukunft sehr viele tolle Begegnungen im Garten haben. Also mich persönlich bereichert jede Begegnung mit Eidechse, Weinbergschnecke, Igel, usw. sehr. Nutzt das Laub der Bäume ( bitte kein Eichen- und Nußlaub!), legt es auf die Beete als Mulchmaterial. Keine Angst, ist das Laub erst naß, dann klebt es am Boden fest und der Wind hat so gut wie keine Chance, es wieder durcheinander zu wirbeln. Natürlich verrottet das Laub über den Winter nicht, aber wir haben damit wertvolle Bodenabdeckung für die in Zukunft normalen trockenen Frühlingszeiten. So speichern wir Feuchtigkeit im Boden und unsere Pflanzen werden es uns danken! Zudem kann sich der Wurm wieder vermehrt etablieren und den brauchen wir als Mitarbeiter in unseren Beeten wirklich sehr dringend! Der Wurm ist der Ochs des armen Mannes! Haben wir also einen guten Wurmbestand in unseren Beeten, haben wir stets lockere Erde. Bleibt der Boden dabei stets abgedeckt, wird mehr Feuchtigkeit gespeichert und die Würmer können dadurch auch besser arbeiten, den Dünger, den sie mit ihrem Wurmkot produzieren, zu den Pflanzenwurzeln bringen und so kann der Boden fruchtbar bleiben. Selbstverständlich können wir auch mit unseren Küchenabfällen mulchen. Um das optisch nicht zu auffällig und unordentlich ansehen zu müssen (was hauptsächlich die Nachbarn stört), können wir die Küchenabfälle einfach durch einen alten Mixer laufen lassen. Die Abfälle werden dann als Mulchmaterial auf den Beeten kaum auffallen, die Erde ist abgedeckt und die Würmer können das Ganze schneller verarbeiten. Man nennt dies Erdisierung. In null komma nichts entsteht dadurch neue fruchtbare Erde. Würmer halten im übrigen keinen Winterschlaf, sondern einen Sommerschlaf! 😉

So, nun erst einmal wieder genug. Hoffe jetzt wieder regelmäßiger Blogeinträge schreiben zu können.

 

 

 

Mit permakulturellen Waldgarten-Grüßen,

Eure Hanne

PS: Es gibt einige Sonderpflanzen zurzeit in unserer Gärtnerei. Vom ewigen Kohl bis zu Naturgarten-Mischtöpfen mit drei bis vier verschiedenen Wildblumen, Wildkräutern und Stauden in einem Topf. Zur Etablierung einer Wildblumenwiese, eines gemischten Natur-Balkonkastens oder oder oder. Alles Winterhart! Ihr könnt unter http://www.waldgartenprodukte.de die Pflanzen bestellen.

 



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