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19 Jun 2020

Bauen in der Permakultur 1: Gemüsebeete im Permakulturgarten


von Marlies Ortner

Wallbeet

 

Gemüsepflanzen sind meist unsere empfindlichsten und anspruchsvollsten Gartenbewohnerinnen, um die sich alles dreht. Damit sie gedeihen, brauchen sie unter anderem Beete, die im Folgenden beschrieben werden.

Gemüsebeete im Freiland – ihr „Innenleben“

Unsere Gemüsepflanzen wollen samt und sonders in kultiviertem Boden wachsen, den wir ihnen zuvor bereiten müssen. Diese Orte mit kultiviertem Boden nennen wir im Allgemeinen Beete – die „Betten“ für Kulturpflanzen.
Zuerst sollten wir überlegen, welcher Beet-Aufbau für uns und unser Gemüse am sinnvollsten ist, und anschließend die äußere Form der Beete wählen. Da in unserem Permakultur-Garten keine großen Maschinen fahren werden, können wir auf viereckige Formen oft verzichten und funktionellere und vielfältige Beetgestalten wählen.

Permakultur-Hügelbeete

Die Hügelbeete der Permakultur haben meist die Form eines Walls. Sie werden aus Reststoffen und so genannten Abfällen gebaut, die sich dadurch zu Wertstoffen wandeln. Das Besondere am Permakultur-Hügelbeet ist auch, dass wir die Pflanzen darin nicht in Erde anbauen, sondern im Mulch – der Vorstufe von Humus.
Verwendbar sind:

  • angerottete Holzstämme, -stücke und Äste, die als Bau- und Brennholz nicht mehr taugen,
  • Strauchschnitt, Obstbaumschnitt,
  • Staudenschnitt,
  • Gejätetes,
  • Rasenziegel,
  • verdorbenes Stroh, verdorbenes Heu,
  • angetrockneter Grasschnitt,
  • Laub,
  • Komposterde, Maulwurferde, Gartenerde, Lehmerde (Aushubmaterial, Unterboden),
    verrotteter Dung,
  • halb verrotteter Kompost, sonstige frische und angerottete organische Materialien soweit vorhanden.

Das Hügelbeet kann auf unterschiedlichem Untergrund aufgebaut werden, notfalls auch auf Beton, Asphalt oder Steinplatten. Die Oberflächen der Beläge werden sich aber durch die entstehenden Huminsäuren verfärben und evtl. unansehnlich werden.
Falls Wiese oder Rasen den Untergrund bilden, sticht man den Wasen aus und baut die Rasenziegel ins Hügelbeet ein, damit der Humus nicht „begraben“ wird, sondern nützlich sein kann. Bei Gefahr von Staunässe wird die entstandene Mulde mit Steinen, Kies oder Unterboden aufgefüllt, ansonsten wird das Hügelbeet direkt aufgesetzt.
Sobald man ausreichend Materialien gesammelt hat, kann der Hügelbeet-Bau beginnen – im Frühjahr, Sommer oder Herbst.
Als erstes werden die Holzstücke/-stämme/Äste der Länge nach in die Mitte geschichtet. Sie bilden die Basis, also den Kern, des Walls. Allzu krumme Stämme/Äste sollte man zersägen, damit die Hohlräume zwischen den Holzstücken nicht zu groß werden. Kleinere Hohlräume dagegen sind erwünscht und können als Tierwohnungen dienen.
Auf die Holzstücke kommen verkehrt gelegte Rasenziegel, Laub, Astschnitt, Staudenschnitt und Gejätetes. Das Astwerk sollte, falls es sperrig ist, zerbrochen oder geschnitten werden.
Dann folgt eine dicke Schicht aus angerottetem Stroh und/oder angetrocknetem Grasschnitt und/oder Heu. Darauf verteilt man die angerotteten Materialien (falls vorhanden) in dünner Schicht sowie die erdigen Zutaten. Wichtig sind die Organismen und Mikroorganismen der Komposterde, mit denen wir unser Hügelbeet „beimpfen“. Zusammen mit den Tonteilchen der Lehmerde sollen diese Bodenlebewesen die Umwandlung der organischen Materialien in humose Erde – ganz ohne menschlichen Arbeitseinsatz – bewerkstelligen.
Zuletzt bringen wir nochmals dicke Gras-, Heu- und/oder Strohschichten auf, die die Komposterde vor Abschwemmung, UV-Licht und Austrocknung schützen sollen.

Anschließend kann sofort gepflanzt und/oder gesät werden. Wir machen mit den Händen eine Grube in den Mulch und setzen die Jungpflanze zusammen mit etwas Komposterde hinein. Dann ziehen wir die Mulchschicht wieder zusammen, sodass die Pflanze vor Kälte, Hitze und Vertrocknung bestmöglich geschützt ist.

Hügelbeete können bananen- oder hufeisenförmig gebogen, abgewinkelt, in Yin-Yang-Form oder auch geradlinig oder kegelförmig gebaut werden. Die Ausrichtung sollte so gewählt werden, dass der Hügel empfindlichen Kulturen einen optimalen Windschutz bietet und unterschiedlichen Pflanzungen eine heißere und kühlere Seite zur Verfügung stellt, also dass der Wall etwa von Ost nach West verläuft. Im rauen Klima kann es günstiger sein, das Hügelbeet von Süden nach Norden auszurichten und damit beide Seiten zu besonnen – die eine Seite vormittags, die andere nachmittags. Zu bedenken ist auch, dass der Wall je nach Ausrichtung den Wasserabfluss am Hang beeinflussen, also hemmen bzw. behindern kann.

Die verrottende Mulchschicht wird während des Jahres laufend ergänzt. Auf diese Weise kann das Hügelbeet mehrere Jahre lang benutzt werden. Je dicker die eingebauten Holzstämme sind, desto länger behält der Wall seine Gestalt.

Wenn das Beet schließlich nach vier bis sechs Jahren zu niedrig oder sogar schon flach geworden ist, kann man es an derselben Stelle neu aufbauen. Dazu zieht man die Mulchschichten ab und legt die freigelegten Holzreste beiseite. Dann „erntet“ man die Erde, die sich im Inneren des Hügelbeets gebildet hat, und nutzt sie für Pflanztöpfe, Beete (Hochbeete, Frühbeete, …) oder Gewächshaus. Einen Teil behält man für den Neuaufbau des Hügelbeets zurück.
Wenn die kostbare Erde geborgen ist, können wir das Hügelbeet wie oben beschrieben neu errichten, wobei wir die alten Mulchmaterialien und die angerotteten Holzreste mitverwenden.

Vorteile von Hügelbeeten sind:

  • Durch den Anbau auf dem Wall bekommen alle Pflanzen mehr Licht.
  • Auf der Südseite treffen die Sonnenstrahlen im Frühjahr senkrecht auf und erwärmen den Wall sehr bald – auch wenn das Hügelbeet auf einem Nordhang gelegen ist!
  • Es kann sich keine Staunässe bilden. Überschüssiges Regenwasser fließt schnell wieder ab. Hügelbeete eignen sich daher vor allem für den Gemüseanbau im feuchten Klima und auf staunassem und tonigem Boden.
  • Die Pflanzfläche ist größer als wenn das Beet flach wäre.
  • Im Inneren des Hügels befinden sich Wohnmöglichkeiten für Nützlinge, z.B. Blindschleichen, Ringelnattern oder Erdkröten.
  • Nach einigen Jahren kann man aus dem Inneren des Hügelbeets reichlich Erde ernten.
  • Hügelbeete bauen Humus auf und sind wertvolle CO2-Senken.
  • Sie führen organische „Abfälle“ in den Kreislauf zurück.

Nachteile von Hügelbeeten sind:

  • Sie können sehr heiß und trocken werden. Vor allem junge Hügelbeete trocknen oberflächlich sehr schnell aus, solange ihr Inneres noch nicht von Pilzen durchwachsen ist. Erst dann funktioniert der Hügelbeet-Körper als guter Wasserspeicher.
  • Hügelbeete bieten Wühlmäusen und Maulwurfsgrillen Wohnstätten. Mausgitter einzuziehen hilft naturgemäß nicht.

Flächenmulch-Beete, Schichtmulch-Beete, Grasmulch-Beete

Im Unterschied zu Hügelbeeten haben sie keinen Holzkern und sind daher flach. “Von grob nach fein“ werden Astwerk, Staudenschnitt, Laub, Gejätetes, Altgras und/oder Strohabfälle auf die vorgesehene Fläche (direkt auf Wiese, Rasen oder anderen Bewuchs) aufgeschichtet. Darauf werden Komposterde, Maulwurferde, Gartenerde, Lehmerde (Aushubmaterial, Unterboden) und/oder verrotteter Dung/Mist verteilt. Auch halb verrotteter Kompost oder frische und angerottete organische Materialien können Platz finden. Diese Schicht wird mit einer abschließenden dicken Mulchschicht bedeckt.
Insgesamt soll der Flächenmulch mindestens 30-50 cm dick sein.

Beete, die ausschließlich aus angetrocknetem Grasschnitt oder Heu aufgebaut sind, nennt man Grasmulch-Beete.

Gesät und gepflanzt wird wie beim Hügelbeet beschrieben. Zu bedenken ist, dass die Ränder von Flächenmulch- und Grasmulch-Beeten der Austrocknung besonders stark ausgesetzt sind.

Wenn zu wenig Mulchmaterialien vorhanden sind, wird die Fläche vorher gemäht, das Mähgut beiseite gelegt und die gemähte Fläche mit Altkarton – gut überlappend – ausgelegt. Achtung, die farbigen Aufdrucke auf dem Karton und der Recycling-Karton selbst können Schwermetalle enthalten.
Die Kartonschicht dient als Lichtsperre, die die darunter liegenden Pflanzenwurzeln nach einiger Zeit aushungert und zum Absterben bringt. Der Karton wird mit Steinen oder Holzpflöcken gut befestigt, befeuchtet und mit den vorhandenen Mulchmaterialien bedeckt.
Unter jedem Pflanzloch sticht man mit der spitzen Pflanzschaufel einen Spalt in den Karton, damit die Pflanzenwurzeln bereits in den Boden hinunter wachsen können, bevor der Karton verrottet ist.

Im darauf folgenden Jahr hat sich unter dem verrotteten Karton bzw. unter dem Flächenmulch gute, von Regenwürmern durchgearbeitete Gartenerde gebildet, die als Beet genutzt werden kann.

Hochbeete

Sie werden aus dicken Brettern (Pfosten), liegenden Stämmen (Blockbauweise), stehenden Stämmen (Palisaden), Natursteinen oder Klinkerziegeln gebaut. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Schachtringen aus Beton – wenn das ästhetisch zufriedenstellt.
Alte Autoreifen sind als Baumaterialien nur in Notfällen heranzuziehen.
Die Breite des Hochbeets sollte 1,2 m nicht überschreiten, wenn der Zugang von beiden Seiten möglich ist – sonst 0,6 m.
Die Höhe sollte für Erwachsene, die im Stehen arbeiten wollen, etwa 1 m betragen und sollte für sitzende Erwachsene und Kinder entsprechend geringer sein.
Die Wände des Hochbeets müssen dem Gewicht des Inhalts (feuchte Erde + Pflanzen + Regen- und Gießwasser + evtl. Schnee) standhalten können!
Geeignete Holzarten sind Eiche, Lärche, Robinie, Edelkastanie und Kiefer. Sie halten bei Erdkontakt der Verrottung am längsten stand.
Auch das Ankohlen der (angespitzten) Steher bewahrt das Hochbeet vor einem frühzeitigen Ende.

Wenn das Hochbeet fertig gebaut ist, wird es mit verzinktem Drahtgitter (Kaninchendraht) ausgekleidet, dann wie ein Flächenmulch-Beet gefüllt, wobei zusätzlich auch Federn, Federbetten, Schafwollmaterialien und andere Naturtextilien zur Verrottung eingebracht werden können. Auf diese Materialien wird eine dicke Grasschicht gelegt, darauf wird mindestens 15 cm dick Garten- und/oder Komposterde aufgebracht. Abgeschlossen wird mit einer dicken Grasmulch-Schicht.
Die vielfach empfohlene Auskleidung des Hochbeets mit schwarzer Kunststoff-Folie scheint wenig vorteilhaft und daher verzichtbar zu sein.

Im nächsten Frühjahr ist die Erde im Hochbeet, bedingt durch die Verrottungsprozesse, um 10-30 cm abgesunken. Nun heißt es schaufeln: oberflächliche Mulchschichten beiseite legen, Erde von der ersten Beethälfte in die zweite schaufeln, in die frei gesSiehe hierchaufelte Hälfte Astschnitt/Staudenschnitt/Gejätetes/ Laub/(verdorbenes) Gras bzw. Heu nachfüllen, mit Grasschnitt abdecken, Erde zurück schaufeln. Mit der anderen Beethälfte ebenso verfahren.
Die Erdschicht ist dicker geworden, die Fruchtbarkeit nimmt von Jahr zu Jahr zu.

Vorteile von Hochbeeten sind:

  • Das Hochbeet erwärmt sich früher und stärker als zweidimensionale Beete.
  • Die Zuwanderung von Nacktschnecken ist leichter überblickbar.
  • Es kann sich keine Staunässe bilden. Überschüssiges Regenwasser fließt schnell wieder ab. Hochbeete eignen sich daher vor allem für den Gemüseanbau im feuchten Klima und auf staunassem und tonigem Boden.
  • Hochbeete sind ohne Bücken und bequem zu bearbeiten.
  • Im Inneren befinden sich Wohnmöglichkeiten für Nützlinge, z.B. Blindschleichen, Ringelnattern oder Erdkröten.
  • Die Fruchtbarkeit nimmt zu und nach einigen Jahren kann man aus dem Inneren des Hochbeets reichlich Erde ernten.
  • Hochbeete bauen Humus auf und sind wertvolle CO2-Senken.
  • Sie führen organische „Abfälle“ in den Kreislauf zurück.

Nachteile von Hochbeeten sind:

  • Sie können sehr heiß und trocken werden und trocknen leicht aus, solange ihr Inneres noch nicht von Pilzen durchwachsen ist. Erst dann funktioniert der Beetkörper als guter Wasserspeicher.
  • Hochbeete sind Wohnstätten für von oben zugewanderte Wühlmäuse und Maulwurfsgrillen – das Mausgitter hilft nur begrenzt.

Wallbeete

Lehmerde oder Aushubmaterial wird möglichst locker zu einem Wall beliebiger Größe aufgeschichtet und nicht verdichtet. Auf die Oberfläche wird Komposterde verteilt, darauf kommt eine Gras- und/oder Strohmulch-Schicht und evtl. Gründüngung.
Wallbeete sind besonders dort nützlich, wo Hangneigung (Nordhang!), Staunässe und dichter Boden den Gemüseanbau erschweren und nicht ausreichend organische Materialien für den Bau von Hügelbeeten vorhanden sind.

Kraterbeete

Sie sind sozusagen das Gegenstück der WallbeetSiehe hiere und werden in lehmigen oder steinigen Boden gegraben. Der Krater kann kreisförmig, oval oder langgezogen sein. An der tiefsten Stelle kann eine kleine Wasserstelle oder eine Sumpfzone angelegt werden oder es wird eine Drainage-Schicht aus Schotter eingebracht.
Das Kraterbeet kann entweder eine kleine Mulde oder eine große, begehbare, terrassierte Senke sein. In jedem Fall wird das ausgehobene Material an den Rändern als Wall aufgeschichtet, wodurch die bepflanzbare Fläche vergrößert und der Aufwand minimiert wird.

Vorteile von Kraterbeeten sind vor allem der gute Windschutz, die feuchteren Verhältnisse in der Tiefe und gleichzeitig die trockenen Verhältnisse oben auf dem Wall.
Die Vorbilder für unsere Kraterbeete finden sich daher in regenarmen und Wind exponierten Gebieten, z.B. in Bulgarien und auf Lanzarote.

Nachteile von Kraterbeeten sind der beträchtliche Arbeitsaufwand, der vor allem für eine ausreichende Drainage sorgen muss, und – in regenreichen Gebieten – die „nassen Füße“.

Terrassen-Beete

Auf steilen Hängen errichtet man Trockensteinmauern oder Wände aus Holzstämmen, Pfosten oder Palisaden. Hinter diesen (also hangseitig) werden die Materialien, wie beim Hochbeet bzw. beim Flächenmulch-Beet beschrieben, eingefüllt. Terrassenbeete sind also „halbe Hochbeete“.
An der Basis jeder Terrassenstufe wird der Weg angelegt. Wenn der Verlauf der Terrassenmauer leicht geneigt ist, kann an ihrem Fuß ein kleiner, mit Lehm und Steinen ausgekleideter Wassergraben verlaufen.

Obstbaumscheiben-Beete

Als Baumscheibe wird hier die Beetfläche unterhalb der Baumkrone bezeichnet.
Diese Alles-in-einem-Beete eignen sich vor allem für junge und kleine Gärten. Auf kleiner Fläche wachsen zusammen mit dem jungen Obstbaum Beeren, Kräuter, Gemüse und Blumen.

Nach der Pflanzung des Obstbaums und in den ersten Jahren danach, also solange der Obstbaum noch klein ist, soll die Baumscheibe von Graswurzeln frei gehalten werden, da diese das Gehölzwachstum hemmen. Die frei gehaltene Fläche kann entweder mit Laub oder Hackschnitzeln/Holzhackgut gemulcht oder mit einer geeigneten Gründüngungs-Mischung eingesät oder für schwach zehrende Gemüse- und Kräuterpflanzen genutzt werden, die den Baum unterstützen:
Auf der sonnigen Hälfte wachsen z.B. Karotten/Möhren, Petersilie, Pastinaken und/oder Dill zusammen mit Zwiebeln, Knoblauch, Rettichen, Buchweizen, Ringelblumen und einigen Ackerbohnen, auf der schattigeren Hälfte z.B. Salat, Mangold, Kerbel, Kresse, Schnittlauch und Erbsen. Im Hintergrund schließen Johannisbeeren das mit Grasschnitt gemulchte Beet ab.

In trockeneren Gebieten zieht man an der Tropflinie eine ringförmige Furche in den Boden, die der Aufnahme des Regenwassers dient und die man daher von Bewuchs frei hält.

FrühbeeteBeetformen nach dem Vorbild des Bauerngartens

Frühbeete verlängern die Frischgemüse-Saison in beide Richtungen und sind daher wichtige Elemente im Selbstversorgungsgarten.
Der klassische warme Frühbeet-Kasten, in Österreich auch Mistbeet genannt, besteht aus einem Rahmen aus verrottungsbeständigem Holz (Eiche, Robinie, Lärche, Kastanie oder Kiefer), aus einem alten Fenster als Dach und einer Füllung aus frischem Pferdemist. Der Pferdemist ist eine kräftige Fußbodenheizung, die mit zunehmend wärmeren Außentemperaturen schwächer wird.

Die Vorderwand des Rahmens für den Kasten ist niedriger als die Hinterwand, die Seitenwände entsprechend abgeschrägt, so dass ein darauf gelegtes Fenster oder eine Glasplatte ca. 30 Grad geneigt ist.
Der Holzrahmen wird möglichst in Hausnähe so in die Erde eingegraben, dass die Strahlen der Vormittags-Frühlingssonne die schräge Glasplatte senkrecht durchdringen.
Bei diesem Durchtritt werden sie teilweise in Wärmestrahlen umgewandelt und heizen das Frühbeet von oben (Treibhauseffekt).
Das Frühbeet wird jedoch auch von unten beheizt: Im Herbst wird der Boden im Kasten mindestens 40 cm tief ausgehoben und der Kasten selbst über den Winter abgedeckt. Im Februar wird die Abdeckung abgenommen und eine dicke Schicht frischer Pferdemist eingefüllt. Auf diesen kommen mindestens 15 cm hoch Gartenerde, in welche sofort gesät und gepflanzt werden kann.
Dann wird das Frühbeet-Fenster wieder aufgelegt. In kalten Nächten schützt die Pflänzchen z.B. ein alter Teppich auf dem Fenster. Auch ein Pflanzvlies, direkt auf die Pflanzen gelegt, ist ein guter Kälteschutz.

Solche einfachen Frühbeet-Kästen müssen an jedem sonnigen Tag gelüftet werden, damit die heiße Luft entweichen kann, bevor sie die Pflanzen verbrennt. Dazu legt man an der höchsten Stelle unter die Frühbeet-Fenster Holzkeile ein, die man am Nachmittag wieder entfernt. Auch das Beiseite-Schieben oder Abnehmen des Fensters ist bei starker Sonneneinstrahlung oft erforderlich.

Ab Februar wachsen im Frühbeet Salate, Radieschen, Spinat, Rucola, Kohlrabi, Kresse, Petersilie, Karotten/Möhren, …, ab Anfang April (nur bei Mutigen!) auch Tomaten-/Paradeiser-Jungpflanzen.
Im raueren Klima ist der (an warmen Tagen geöffnete) Frühbeet-Kasten über den Sommer das Zuhause für Basilikum und Gurkenpflanzen, und auch einige Zuckermelonen-Pflanzen genießen hier den Schutz vor Wind, kühler Nachtluft, kaltem Regen und den ersten Spätsommer-Frösten.
Man nannte diese sommerliche Nachnutzung des Frühbeets auch „Kastenanbau“.

Gemüsebeete im Freiland – ihre äußere Gestalt

Hier folgen einige Gestaltungsvorschläge für die äußere Form von Beeten, deren „Innenleben“ meist als Hügel-, Hoch- oder Flächenmulch-Beet aufgebaut ist.

Weg begleitende Beete

Die Flächenstreifen am Wegrand, die einen Weg über das Grundstück begleiten, können zu streifenförmigen Beeten umgestaltet werden. Man spart die Erschließung, da der Weg schon vorhanden ist, und pflegt und erntet, während man den Weg zurücklegt. Auf ebenen Grundstücken kommen beide Seiten des Weges für die Beetnutzung in Betracht, auf Hanggrundstücken nur die Bergseite.
Wenn das Beet nur von einer Seite (nämlich vom Weg aus) bearbeitet werden kann, sollte es nicht breiter als 60 cm sein.

Schlüsselloch-Beete

Diese bekannte Beetform ist durch schlüssellochförmige Wege charakterisiert, die als „Sackstraßen“ ins Beet hineinführen. Die Schlüsselloch-Erweiterung am Ende des Wegstücks bietet Platz zum Ernten und Hantieren. Die Wegstücke sind so ausgelegt, dass jeder Punkt des Beets nicht weiter als 60 cm von einem Weg entfernt und damit gut erreichbar ist.
Schlüsselloch-Wege eignen sich für dreieckige, runde oder lang gezogene Flächen besonders gut.

Streifen- und Dreieck-Beete

Schmale, lang gezogene Beete, z.B. am Ackerrand, erschließt man am besten durch Schlüsselloch- und/oder zickzackförmig verlaufende diagonale Wege.
Durch diagonal verlaufende Wege entstehen dreieckige Beete, die wiederum durch Schlüssellochwege geteilt werden können.
Mit Hilfe längs verlaufender Hauptwege an beiden Rändern kann das Beetmuster beliebig oft wiederholt werden. Außerdem gewährleisten Diagonal-Wege die rascheste Erreichbarkeit jedes Punktes im Beet.

Beete als Sonnenfallen

Hügel-, Hoch- und Terrassenbeete können bogen-, hufeisen- oder U-förmig gestaltet werden, wobei die Öffnung nach Süden zeigt. Auf diese Weise wird die Sonnenwärme optimal eingefangen und verwertet. Große, möglichst dunkle Steine, die aufs Beet gelegt werden, helfen zusätzlich mit, Wärme zu speichern.
In solchen Beeten fühlen sich Wärme liebende und langsam reifende Gemüse besonders wohl.

Beetformen nach dem Vorbild des Bauerngartens

Der traditionelle mitteleuropäische Bauerngarten ist aus dem mittelalterlichen Klostergarten der Benediktinermönche hervorgegangen. Der quadratische oder rechteckige Grundriss wird durch kreuzförmig angelegte Wege geteilt, wodurch vier Beete entstehen. Ein weiterer, innerhalb des Zauns rundum verlaufender Weg teilt ein Randbeet ab.
Bis in die 1950-er Jahre wurde in Bauerngärten vielfach eine Vierfelder-Wirtschaft in Mischkultur und ausgeklügelter Fruchtfolge betrieben: Im ersten Jahr wurde ein Beet gedüngt und mit Starkzehrern bepflanzt, die drei anderen Beete blieben ungedüngt und trugen Mittelzehrer, Schwachzehrer bzw. die Brache oder Wurzelgemüse. Im zweiten Jahr rückten die Mittelzehrer den Starkzehrern nach usw. Das Randbeet war mit mehrjährigem Gemüse, Beeren und Heilkräutern bepflanzt.
In der Permakultur werden Bauerngärten am besten als Flächenmulch-Beete bewirtschaftet.



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