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29 Dez 2019

Automatisch Vögel füttern – Hannes Permagarten Blog


Hallo liebe Permagarten-Freunde,

bis jetzt ist der Winter noch sehr mild und ich möchte diesen Blogeintrag den Tieren meines Waldgartens widmen, vor allen Dingen den Vögeln. Mittlerweile gibt der LBV die Empfehlung die Vögel ganzjährig zu füttern. Dies wundert auch nicht, betrachtet man die Vegetation und die Gärten im Allgemeinen. Die Vögel werden auch gerne gefüttert, man gibt da auch richtig Geld dafür aus, man will ja schließlich was tun für die lustigen Gesellen! Es ist schön sie zu beobachten, sie singen so schön und man hat, besonders im Siedlungsraum, nette Gesellschaft. Nicht so gerne gesehen sind dabei die Tauben. Selbstverständlich wollen diese aber auch etwas ab haben! Man bezeichnet sie, meiner Meinung nach zu unrecht, als Ratten der Lüfte. Das „Problem“ der übermäßigen Vogelfütterung ist aber wirklich das Rattenvolk! Gerne wird auf die Tierhalter geschimpft, die Hühnerhalter, die Kaninchenhalter, die sich in ihren Hausgärten selbst versorgen möchten. Manchmal sind auch die Mulcher schuld, weil sie ja schließlich die ganzen „Küchenabfälle“ einfach in die Beete werfen! Da ist es schließlich kein Wunder, dass Ratten im Siedlungsbereich rumlaufen! Verzeiht mir meine sarkastische Art, doch übersehen die Gutmenschen mit ihren gestriegelten, hyperordentlichen Gärten meist, dass das Hauptproblem der Rattenplagen auf das Vogelfutter zurückzuführen ist. Da turnen die lustigen langschwänzigen dann munter auf den Bäumen rum und quetschen sich in die Futterhäuser! Erst durch die Sperber, Habichte, Bussard, die mutigen Katzen und evtl. mutige Jack Russel- oder Prager Rattler-Hunde könnten diese wieder in ihrer Population begrenzt werden. Ja, Tauben sind mir da wesentlich lieber, die unter den Vogelhäusern aufräumen!

Doch schauen wir uns doch die natürlichere Lösung dieses Futterproblemes an:

Hätten wir in unseren Gärten genug Wildgehölz, würden wir das Laub unter den Bäumen belassen, hätten wir genug Unterschlupfmöglichkeiten für Igel, Mauswiesel und co., auch mal Sitzplätze für Raubvögel und Unterschlupf für Eulenvögel, sprich, lassen wir wieder mehr Natur zu, dann würde sich alles wieder von selbst regulieren. Ja, ein Raubvogel packt gelegentlich auch mal ein Singvögelchen, doch nur die kranken und schwachen und selten die fitten aufmerksamen! Raubvögel regeln auch die Taubenpopulationen. Aber auf das möchte ich garnicht hinaus! Hier ein paar Vogelnährgehölze: Schlehen, Schneeball, Hagebutten (Wildrosen), Weißdorn, Eberesche, Mehlbeere, Ölweide, Wildapfel, Liguster, Pfaffenhütchen, Mispeln, Zierapfel,…. Dazu die Samenstände unserer Wildblumen, wie: Nachtkerze, Kardendistel, Doldenblütler wie Pastinaken, Muskatkraut, Wiesenbärenklau, wilde Möhre, Fenchel, dann Königskerzen, Flockenblumen, Sonnenblumen, Malven, Disteln unterschiedlicher Arten,  usw.

Wenn Laub am Boden liegt, dann bleibt der Boden länger frostfrei und die Käfer und Würmer arbeiten direkt darunter weiter. Das ist nicht nur gut für das Bodenleben, sondern auch für die Vögel, die lieber Frischkost mögen, wie Rotkehlchen, Amseln, Drosseln usw. Im Herbst-Winter wird das Rotkehlchen im Waldgarten zu meiner ständigen Begleitung, besonders, wenn ich den Nutztieren die Ställe miste. Im frischen Mist sind meist kleine Maden, die Rotkehlchen lieben. Die netten Gesellen kommen meist bis zu einem Meter zu mir und beobachten genau mein Tun, damit sie die Ersten sind, um die Leckerbissen zu ergattern. Im Laufe der Jahrhunderte ist mit der Selbstversorgung der Menschen und den Wildtieren eine Symbiose entstanden, die heute, in Zeiten der Aufgeräumtheit und der Globalisierung (weil unsere Nahrungsmittel meist aus China, Afrika oder Südamerika kommen) unterbrochen wurde. Ich rede hier von Kleinstlandwirtschaften, nicht von Industriebetrieben der Massentierhaltung! In diesen Kleinstversorgersystemen war noch jede Menge Platz für Wildnis. Wildnis in Form von unseren Nützlingen! Die Natur hat eine andere Ordnung, als wir sie im Kopf haben! Was die meisten von uns als Chaos im Garten empfinden, ist für die Natur notwendige Ordnung. Und wenn wir dabei noch ganz genau hinschauen, dann können wir dabei so viel Schönes entdecken! Rotkehlchen

Versteht  micht nicht falsch, ich möchte nicht gegen das Vogel füttern appelieren, ich möchte Euch nur aufzeigen, dass es besser wäre einen ursprünglicheren, natürlicheren Weg einzuschlagen! Wenn alles gefroren ist, dann bitte, füttert die Vögel! So wie der Jäger sein Wild füttert und wir unsere Nutztiere auch mit Wasser und Futter versorgen!

Somit wünsche ich Euch eine tolle Winterzeit und vielleicht pflanzt ihr im Frühling doch noch ein paar Vogelnährgehölze und Wildblumen in Eure Gärten! Und räumt die Gärten frühestens im März auf, laßt sie im Herbst wie sie sind, unseren Nützlingen zu liebe!

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten



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